Tipps für das Sprachenlernen im Tandem

Beim Sprachenlernen im Tandem gelten das Prinzip der Gegenseitigkeit und das Prinzip der Autonomie. Beide Tandempartner/innen sollten sich daher an die folgenden Regeln halten:

  • Die Treffen finden regelmäßig einmal pro Woche statt und dauern mindestens 90 Minuten.
  • Jede Sprache wird gleich lange gesprochen/geübt.
  • Beide Sprachen werden getrennt geübt und nicht gemischt.
  • Beide Partner/Partnerinnen sind sowohl Lerner/Lernerinnen als auch Zuhörer/Zuhörerinnen, Berater/Beraterinnen und Experten/Expertinnen für den Gebrauch Ihrer Muttersprache/n.
  • Beide Partner/Partnerinnen respektieren die gemeinsamen Absprachen und tragen Verantwortung für das eigene Lernen genauso wie für das des Partners/der Partnerin.

 

Die Tandempaare sind völlig frei bei der Organisation von:

  • Zeit und Ort: Wählen Sie Zeit und Ort für Ihre Treffen entsprechend Ihren Lernzielen bzw. denen Ihres Tandempartners/Ihrer Tandempartnerin aus.

  • Zielen und Inhalten: Formulieren Sie konkrete und realistische Lernziele und verfolgen Sie diese kontinuierlich. Reflektieren Sie nach jedem Treffen, ob Sie Ihren Zielen näher gekommen sind, und nutzen Sie dafür das Sitzungsprotokoll im Logbuch. Respektieren Sie die Lernziele Ihres Partners/Ihrer Partnerin und seine Art und Weise zu lernen. Achten Sie bei der Wahl der Inhalte darauf, dass diese Sie wirklich interessieren und nützlich für Sie sind (z.B. offene Fragen aus Sprachkursen, sprachliche Fragen zu Projekten, fachliche Themen, interkulturelle Fragen).

  • Arbeitsformen und Materialien: Es gibt viele verschieden Arbeitsformen, die dem Erreichen Ihrer Lernziele dienen. Sie können Diskussionen führen, Diktate schreiben, Gedichte lesen und lernen, Referate halten oder einfach nur Fragen stellen und beantworten. Dabei können Sie z.B. die richtige Verwendung von Redemitteln üben, gezielt grammatische Probleme beheben und den Wortschatz erweitern. Besprechen Sie die Arbeitsformen immer mit Ihrem Partner/ihrer Partnerin und reflektieren Sie nach jedem Treffen, ob Sie die gewählte Arbeitsform motivierend und sinnvoll gefunden haben. Probieren Sie immer wieder neue Formen aus. Materialien (Zeitungen, Bücher, Bilder, Filme, Kochrezepte etc.) unterstützen das gemeinsame Lernen, sie können sowohl einen geeigneten Sprechanlass bieten als auch beim Einüben von sprachlichen Strukturen helfen. Bitten Sie um geeignete Materialien und suchen Sie selbst ansprechende Materialien für Ihren Partner. Nutzen Sie die Sprachlernberatung, wenn Ihnen die Ideen ausgehen sollten oder Sie eine Rückmeldung wünschen. 

  • Feedback und Korrektur: Bitten Sie um Feedback und Korrektur, und geben Sie Feedback bzw. korrigierien Sie nach Absprache Ihren Partner/ihre Partnerin. So können Sie sprachlich besonders stark von der Arbeit im Tandem profitieren. Sie müssen nicht alles wissen, aber Sie wissen, was in Ihrer Muttersprache korrekt ist. Seien Sie positiv, loben Sie, motivieren Sie. Korrigieren Sie z.B. durch Wiederholung des Gesagten mit der korrekten Verwendung einer sprachlichen Struktur, machen Sie Ihren Partner auf Fehler aufmerksam und versuchen Sie, diese gemeinsam zu beheben. Achten Sie in den Folgetreffen darauf, ob der Partner an sich gearbeitet hat. Bitten Sie Ihren Partner darum, auch bei Ihnen darauf zu achten. Nutzen Sie die Sprachlernberatung, um mehr über die Kunst des Feedbacksgebens und die Möglichkeiten der Fehlerkorrektur zu erfahren.

 

Unterstützung bei der Planung, Durchführung, Bewusstmachung und Evaluation des Sprachenlernens im Tandem finden Sie in der Sprachlernberatung und in den Workshops zum Sprachenlernen. Nutzen Sie diese Angebote, um das Potential des Lernens im Tandem auszuschöpfen.

"Je suis très contente d'avoir fait le Sprachtandem car je pense que parler avec une personne dont la langue que l'on veut apprendre est la langue maternelle est le meilleure moyen d'apprendre la langue. De plus comme il y a une structure cela nous permet d'apprendre encore plus. Je le referais si j'en ai l'occasion."  (Karin, Frankreich)